
Araris: Japanischer Deal mit Schweizer Wurzeln
Die Zürcher Onkologie-Firma Araris Biotech AG hat eine Forschungskooperation mit Optionsvereinbarung zur Lizenzierung mit der japanischen Chugai Pharmaceutical geschlossen, einer Roche-Tochter. Ziel der Zusammenarbeit ist die Entwicklung von Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten (ADCs) der nächsten Generation auf Basis der firmeneigenen AraLinQ™-Linker- und Konjugationstechnologie. Doch Araris ist selbst mittlerweile japanisch und eine 100%ige Tochter von Taiho Pharma, die zur Otsuka-Gruppe gehört. Geforscht wird weiterhin in Zürich – so sichtbar, dass die Gebrüder Strüngmann im vergangenen Jahr einen Preis an die Firmengründer verliehen.
Ziel der Zusammenarbeit zwischen der Zürcher Onkologie-Firma Araris Biotech AG und Chugai Pharmaceutical ist die Entwicklung von Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten (ADCs) der nächsten Generation auf Basis der firmeneigenen AraLinQ™-Linker- und Konjugationstechnologie. Vor rund einem Jahr war die Kooperation gestartet und hatte damals die Option zur Lizenzierung enthalten. Diese wurde nun gezogen.
Für Araris umfasst die Vereinbarung eine Vorabzahlung sowie Entwicklungs-, Zulassungs- und kommerzielle Meilensteinzahlungen, die sich insgesamt auf bis zu rund 780 Mio. US-Dollar belaufen können. Hinzu kommen umsatzabhängige Lizenzgebühren.
Neue ADCs als Schweizer Messer nach Japan
Im Rahmen der Vereinbarung wird Araris neuartige ADCs herstellen, die auf Antikörpern gegen nicht näher genannte Zielstrukturen von Chugai basieren. Sämtliche Forschungsaktivitäten finanziert der Kooperationpartner und er erhält nach Abschluss der Forschungsphase eine Option auf exklusive Lizenzierung der Programme. Nach Ausübung der Option übernimmt Chugai dann die weitere Entwicklung, Herstellung und weltweite Vermarktung.
Araris positioniert seine AraLinQ™-Plattform als differenzierte Technologie zur Erzeugung von ADCs mit verbesserter Wirksamkeit und Verträglichkeit. Ein zentrales Merkmal ist die Möglichkeit, in einem einstufigen Prozess mehrere Wirkstoffladungen an unveränderte Antikörper zu koppeln, ohne dass eine vorherige Antikörper-Engineering-Phase erforderlich ist.
Die Kooperation mit Chugai unterstreicht nach der Übernahme durch Taiho die wachsende industrielle Aufmerksamkeit für das Schweizer ADC-Ökosystem. Araris Biotech war im März 2025 für rund 1,14 Mrd. US-Dollar an Taiho Pharmaceutical Co. Ltd. gegangen. Eine Vorauszahlung von 400 Mio. US-Dollar war damals sofort fällig, weitere 740 Mio. US-Dollar sind an das Erreichen bestimmter Meilensteine geknüpft. Ob der festgezurrte Deal mit Chugai ein solcher Meilenstein ist, wurde nicht mitgeteilt. Im Juli des vergangenen Jahres hatten zwei der drei Araris-Gründer den Strüngmann-Award erhalten (Mitgründerin Isabella Attinger-Toller war verhindert). Ein sehr aktives Jahr 2025 scheint sich nun mit der Chugai-Partnerschaft fortzusetzen.

Roche
Memo Therapeutics AG
Lonza Gruppe